Caroline Freys Verbindung zur Schweiz ist kein Zufall. Schweizerin durch ihren Grossvater väterlicherseits, mit Wurzeln im Aostatal, hat sie das Land im Laufen entdeckt – ganze Tage in den Bergen, Sommer wie Winter, auf steilen, wilden Pfaden. 2016, während sie noch La Lagune, Paul Jaboulet Aîné und Château Corton C leitete, erwarb sie eine winzige Terrassenparzelle hoch über Fully im Wallis. Danach zog es sie weiter zum Genfersee. In Grandvaux, mitten im UNESCO-Weltkulturerbe-Weinberg von Lavaux, stellte sie sich einer neuen Herausforderung: einem Chasselas mit eigener Handschrift, auf jenen Steinterrassen, die sich zum See hin neigen. Der Start war hart. 2020, in ihrem ersten Jahrgang, befiel der Echte Mehltau fast den gesamten Weinberg, und sie verzichtete darauf, das Wenige, was übrigblieb, zu verkaufen. Im Jahr danach kam der erste Maison Lederrey endlich auf die Flasche. Seither gewinnt jeder Jahrgang an Präzision, und mit weniger als 200 produzierten Flaschen zählt er zu den seltensten der Region. Im Frühling 2025 übernahm Caroline Frey zusätzlich das Weingut von Benoît Dorsaz in Fully und widmet sich seither ganz ihren Schweizer Rebbergen. Zwei Terroirs, zwei Lichtstimmungen, ein gemeinsamer Anspruch: die Reben von Hand zu bearbeiten, mit absolutem Respekt für das Lebendige.